MEERESSCHILDKRÖTEN SCHÜTZEN

Wie DU den Meeresschildkröten helfen kannst

Die Meeresschildkröten sind weltweit vielen Gefahren ausgesetzt. Dazu gehören die Klimaerwärmung, die Überfischung sowie die Plastikverschmutzung der Meere. Hier erfährst du, wie du als Einzelperson diesen Gefahren entgegenwirken kannst und dich somit für diese wundervollen Tiere einsetzt.

Nicht berühren, füttern oder hetzen

Wenn du in den Ferien am Meer bist und das Glück hast, einer Meeresschildkröte zu begegnen, dann gehe bitte nicht zu nahe an sie heran und hetze sie auf keinen Fall. Das ist sehr stressig für die Schildkröte und es kann sie im schlimmsten Fall daran hindern, an die Oberfläche zu tauchen um zu atmen. Auch das Füttern und Berühren der Schildkröten ist ein absolutes No-Go! Die Meeresschildkröten fressen am liebsten Algen oder kleine Meerestiere und brauchen kein zusätzliches Futter von uns Menschen. Fremdes Futter kann sehr schädlich sein und ist viel weniger nahrhaft als ihr natürliches Futter.

Seit bei uns auf Zypern die Schildkröten-Sichtungen zugenommen haben, mussten wir leider auch feststellen, dass viele Menschen kommen und die Tiere füttern. Innerhalb von nur einem Jahr konnten wir bereits eine Verhaltensänderung feststellen. Beim Tauchen haben wir einen zweiten Lungenautomaten als Reserve dabei. Damit man diesen unter Wasser gut sehen kann, ist dieser Regulator Gelb gekennzeichnet. Seit die Meeresschildkröten mit Salat, welcher oft auch gelblich/grün ist, gefüttert werden, erleben wir immer öfters, dass die Meeresschildkröten auf die Taucher zuschwimmen und versuchen nach dem Atemregler zu schnappen. Dies hat wohl damit zu tun, dass sie diesen mit Salat verwechseln.

Schildkröten fühlen es auch, wenn man ihren Panzer berührt und deshalb kann das Anfassen sehr verstörend auf sie wirken. Zudem entsteht ein Bakterienaustausch zwischen Tier und Mensch welcher schädlich für beide Parteien sein kann.

Plastik-Konsum reduzieren und recyclen

Die Plastikverschmutzung in der Natur nimmt immer mehr zu und es landen jedes Jahr schätzungsweise 14 Millionen Tonnen im Meer. Dies bedroht Meeresbewohner jeglicher Art, denn sie können sich im Müll verheddern oder mit ihrem Fressen verwechseln, was in den meisten Fällen tödlich endet. Versuche also, deinen Plastik-Konsum so gut wie’s geht zu reduzieren. Sei es wieder verwendbare Flaschen und Tragtaschen, Shampoos oder Waschmittel, es gibt sehr viele Alternativen.

eile kleiner als 5mm – sind oft in Kosmetikartikeln und Zahnpasten zu finden. Achte also beim Kauf solcher Produkte, ob sie Mikroplastik enthalten. Es gibt verschiedene Apps (z.B. CodeCheck), mit denen man den Barcode scannt und sehen kann, ob das Produkt Mikroplastik enthält.
Auch das richtige entsorgen und recyclen von Plastik- und anderen Abfallprodukten gehört dazu. Somit kann auch Plastik wiederverwertet werden und landet nicht auf Mülldeponien oder in der Natur.

 

Weniger Fisch und Meeresfrüchte essen

Sehr viele Meeresschildkröten und andere Meereslebewesen landen als Beifang – also nicht gewollt – in Fischernetzen. Indem du deinen Fischkonsum reduzierst oder sogar auf Fisch und Meeresfrüchte verzichtest, stoppst du die Unterstützung der Wildfang-Fischerei. Falls du nicht komplett auf Fisch oder Meeresfrüchte verzichten kannst, achte auf die Fangmethode und die Herkunft der Produkte. Langleinen, Schleppnetze und Kiemennetze haben die höchste Beifangrate und sind deshalb zu vermeiden.

Informationen weitergeben

Es ist sehr wichtig, dass Informationen wie diese weitergegeben werden – sei es an Freunde, Familie oder Bekannte. Je mehr Leute über die Gefahren der Meeresschildkröten wissen, und was man dagegen tun kann, desto besser. Gerade mit Social Media ist es sehr einfach diese Informationen zu teilen. Auch wir als Tauchschule geben ständig Informationen weiter und klären Leute auf, wie sie sich mit den Meeresbewohnern richtig verhalten.

Eine weitere Möglichkeit ist, unseren Online-Kurs «Meeresschildkröten im Mittelmeer» zu teilen, oder falls du noch nicht dabei warst, selber mitzumachen.


Keine Schildkröten-Souvenirs kaufen

Das absichtliche Fangen und Töten von Meeresschildkröten ist leider immer noch ein großes Problem. Die schöne Musterung auf dem Panzer führt dazu, dass die Meeresschildkröten getötet werden, um Souvenirs zu verkaufen. Wenn du also in den Ferien bist und ein Souvenir aus Schildkrötenpanzer siehst, kaufe es nicht. Wenn du dir nicht sicher bist ob es echt oder künstlich ist, frage nach und sei immer lieber auf der sicheren Seite, indem du es nicht kaufst. Das Gleiche gilt übrigens auch für Schildkrötensuppe.

Klimafreundliches Leben

Die Klimaerwärmung stellt eine sehr große Gefahr für die Meeresschildkröten dar. Es kommt zu immer extremeren Wetterverhältnissen, was die Nistplätze und den Lebensraum der Schildkröten zerstört. Das Geschlecht der Meeresschildkröten ist temperaturabhängig, bei wärmeren Temperaturen entstehen mehr Weibchen, bei kälteren mehr Männchen. Mit der Klimaerwärmung entstehen also viel mehr Weibchen, was die ganze Schildkrötenpopulation negativ verändern kann. Auch die steigenden Wassertemperaturen führen dazu, dass die Meeresschildkröten viel anfälliger auf Krankheiten sind. Indem du also versuchst klimaneutraler zu leben, hilfst du nicht nur Meeresschildkröten, sondern ganz vielen anderen Arten.


Lichter am Strand ausschalten

Falls du zu den glücklichen Leuten gehörst, die ein Strandhaus besitzen, schalte bitte die Lichter in der Nacht ab. Denn falls an diesem Strand Meeresschildkröten nisten, hilfst du den Babies dabei, den Weg ins Meer zu finden. Sie finden ins Meer, indem sie dem reflektierenden Mondlicht folgen. Bei großen Hotelanlagen und verbauten Stränden kommt es oft vor, dass die geschlüpften Schildkröten diesem Licht folgen und somit in die falsche Richtung gehen. Die Überlebenschance ist somit sehr gering.


Sicheres Bootfahren

Wenn du in den Ferien ein Boot mietest oder eins besitzt, halte immer die lokalen Regeln ein und halte einen sicheren Abstand zum Strand ein. Meeresschildkröten halten sich oft in Küstennähe auf, wo es viel Seegras hat. Wenn sie hochtauchen um Luft zu holen, kann es sehr gefährlich werden, wenn viele Boote auf dem Meer sind. Sicheres umgehen und langsames Fahren kann also helfen, Schildkröten frühzeitig zu sehen und ihnen genügend Zeit zu geben, wieder unterzutauchen.

Schildkröten-Schutzprojekte unterstützen

Die Meeresschildkröten im Mittelmeer bekommen immer noch weniger Aufmerksamkeit als diejenigen im tropischen Gewässer. Aber zum Glück gibt es mittlerweile auch im Mittelmeer sehr viele Organisationen, welche sich aktiv für den Schutz dieser wundervollen Tiere einsetzen. Diese Organisationen und Projekte sind oft auf Spenden angewiesen und freuen sich auf jede Art von Mithilfe. Dazu gehören natürlich auch wir von Ocean Support Kistler. Mit deinen Spenden decken wir unter anderem unsere laufenden Kosten welche bei der Entfernung von Geisternetzen rund um Zypern aufkommen. Zudem kannst du uns unterstützen, indem du XENIOS Wear trägst. Dabei haltet es sich um trendige Kleidung, welche natürlich umweltfreundlich und nachhaltig hergestellt wird. Von deiner Bestellung gehen 10% direkt in den Schutz der Meeresschildkröten. 

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